Nicht umsonst, wird Deutschland als Land der Denker und Dichter bezeichnet. Kaum ein anderes Land hat so viele berühmte und einflussreiche Poeten hervorgebracht wie Deutschland. Einer der bekanntesten deutschen Dichter ist ganz ohne Zweifel Johann Wolfgang von Goethe. Er verfasste während seiner Lebzeiten nicht nur zahlreiche Lyrik, sondern auch Dramen und Erzählungen. Er gilt als Begründer und Vorreiter des Sturm und Drang, eine Strömung der deutschen Literatur in der Epoche der Aufklärung, die von 1765 bis etwa 1785 vorhielt. Die Zeit des Sturm und Drang wurde benannt nach dem Drama „Sturm und Drang“ des deutschen Dichters Friedrich Maximilian Klinger.

Nach dem Ende des Sturm und Drang setzte sich in der Literatur die Romantik durch. Einer ihrer wichtigsten Vertreter ist der deutsche Dichter Heinrich Heine. Er gilt als letzter Dichter der Romantik und auch als Wegbereiter für neue Einflüsse. Heine brachte die Lyrik in den Alltag der Menschen. Zudem war er als Journalist tätig und machte das Feuilleton und Reiseberichte zu einer Kunstform. Die Leichtigkeit seiner Sprache gilt noch heute als Hochform der Lyrik. Heine bereitete den Weg für den kommenden Realismus, der versuchte Lyrik mit Alltagssprache zu besetzen und eine Überladung von Metaphern zu vermeiden. Zu einem wichtigen Vertreter des Realismus gehört Friedrich Hebbel, der wie viele andere deutsche Dichter ebenfalls als Journalist und Publizist tätig war.

Die aktuelle Epoche der Literatur ist die Strömung der Nachkriegsliteratur. Erich Fried ist einer der deutschsprachigen Dichter der Nachkriegsliteratur der besonders hervorsticht und große Bekanntheit erreichte. Sein Werk umfasst hauptsächlich Liebesgedichte sowie kriegskritische Gedichte, von denen er viele im Exil – auf der Flucht vor den Nazis – schrieb. Obwohl seine politischen Gedichte in Anzahl seine Liebesgedichte übersteigen, ist er hauptsächlich für seine Liebeslyrik bekannt geworden.